Teil 5: Der DHV wird informiert
Petra, die erst nach dem Krankenhausaufenthalt ihren Unfallbericht zum DHV geschickt hatte, wartete ein paar Wochen bis zum 20. Januar, also ggf. nach den betrieblichen Pausen um Weihnachten und Neujahr, um dann beim Verband nachzufragen, ob sie ihren Schirm, auf Grund des Unfalls und der Tatsache, dass sie wohl eine Weile nicht fliegen wird, ohne Bedenken wieder verkaufen könne,- letztlich hatte der Schirm ja noch für ein Jahr einen gültigen Check.
Hier Auszüge aus der Antwort vom DHV:
„… ein Schirm darf beim Ohrenanlegen nicht in den Sackflug gehen. Von daher wäre eine Überprüfung des Gerätes wünschenswert, schon um andere Piloten zu warnen, falls Auffälligkeiten festgestellt werden. „
Richtig!!
Das ist genau die richtige Reaktion. Beim zweiten Durchlesen stoße ich mich aber gewaltig an der Formulierung.
„wünschenswert“?
Ein Unfall mit Sackflug ist geschehen, eine Pilotin hat sich schwer verletzt. Ein Unfallbericht wurde geschrieben und eingereicht und unser Interessensverband hat nach einigen Wochen auf Nachfragen reagiert und eine Untersuchung als „wünschenswert“ bezeichnet.
Ich hätte mir jedenfalls gewünscht, dass eine Untersuchung des Unfallschirms eingeleitet worden wäre bevor der Schirm durch einen etwaigen Verkauf weitere Piloten gefährdet.
Dürfen wir als Mitglieder hier ein Handeln erwarten, oder muss Eigeninitiative des Verunfallten für die Untersuchung vorausgesetzt werden? Eine wie ich meine sehr wichtige Frage.
Zwischendurch ging es bei der Anwort vom DHV lobenswert weiter:
„Das (die Überprüfung) würden wir im Mitgliederinteresse kostenlos machen. Es dauert aber seine Zeit….. Ich würde sagen, 2 Monate ungefähr“.
Das hätte ich mir als Reaktion nach dem Einreichen des Unfallberichts, allerdings nicht als Angebot, gewünscht.
„Wenn Du das Gerät vorher verkaufen willst, ist Dir das vielleicht zu lang“
Schade, die wünschenswerte Unfalluntersuchung ist vom Wunsch nach Aufklärung durch den Verunfallten abhängig- Sorry, aber meine Lesart ist hier:
‚Wenn Dir das Angebot zu lange Zeit dauert….. kannst Du den Schirm auch ruhig verkaufen.‘
Grundsätzlich schätze ich die Arbeit. Der DHV hat viel für unseren Sport getan und das sollten wir nicht vergessen, und natürlich sieht die Problematik in anderen Ländern sicher viel, viel problematischer aus, aber wenn man „gut“ ist, muss man sein Bestreben danach ausrichten, besser zu werden.
Die Abläufe nach einer Unfallmeldung mit Personenschaden, die auf ein Geräteversagen schließen lassen wären für mich
- der Schirm wird eingezogen
- technisch vermessen – die Trimmung analysiert
- ggf. Testflug (ohne Trimvermessung würde ein Testpilot sonst unnötig gefährdet)
Diese Reihenfolge erscheint mir logisch und vernünftig auch bei Unfällen, die wie Petras geschehen sind.